Konzentrationsschwäche bei Kindern ist im deutschen Klassenzimmer kein Einzelfall mehr. Sieben von zehn Lehrkräften in Deutschland sagen, dass sich ihre Schülerinnen und Schüler heute schlechter konzentrieren können als die Klassen, die sie vor fünf Jahren unterrichtet haben. Mehr als jede dritte Lehrkraft (38 %) beschreibt den Rückgang sogar als deutlich.
Das zeigt der GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026. Deutschland liegt damit gemeinsam mit Frankreich an der Spitze der sechs untersuchten Länder, der europäische Durchschnitt liegt bei 63 %. Die Zahlen kommen wenige Wochen nach den Ergebnissen der PISA-Studie 2025, die deutschen Jugendlichen die schwächsten Leseleistungen seit Beginn der Messungen bescheinigt hat.
Für den Bericht hat GoStudent 3.001 Eltern, ihre Kinder im Alter von acht bis 16 Jahren sowie 300 Lehrkräfte in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien befragt. Dieser Artikel zeigt die Ergebnisse für Deutschland.
Key Takeaways
Lehrkräfte in Deutschland erleben eine Generation, der es schwerer fällt, bei einer Sache zu bleiben. In keinem anderen Land der Studie ist die Aufmerksamkeit aus Sicht der Lehrkräfte ein so großes Problem.
- 72 % der Lehrkräfte sehen einen Rückgang: Laut Lehrkräften in Deutschland können sich Kinder heute schlechter konzentrieren als vor fünf Jahren. Nur 8 % sehen keinen Unterschied.
- Aufmerksamkeit ist die größte Herausforderung: 60 % der Lehrkräfte in Deutschland nennen es als größtes Problem, dass Kinder nicht länger als ein paar Minuten bei einer Aufgabe bleiben. Das ist der höchste Wert in Europa (Durchschnitt 44 %).
- Die Geduld schwindet mit: 68 % der Lehrkräfte sagen, dass die Geduld bei schwierigen Aufgaben abgenommen hat.
- Auch Grundfertigkeiten leiden: 60 % sehen eine schlechtere Handschrift, 56 % ein schwächeres Leseverständnis, 46 % schwächere Rechenfähigkeiten.
- Eltern in Deutschland sehen das Problem häufiger als Eltern anderswo: 38 % zählen die Aufmerksamkeit zu den größten Herausforderungen ihres Kindes in der Schule, mehr als in jedem anderen Land der Studie.
- Es gibt auch Lichtblicke: 40 % der Lehrkräfte in Deutschland sagen, dass die Neugier der Kinder zugenommen hat.

Studie zur Konzentrationsfähigkeit von Schülern: Deutschland im Ländervergleich
Die Frage an die Lehrkräfte lautete: „Wie hat sich die Konzentrationsfähigkeit Ihrer Schülerinnen und Schüler im Unterricht im Vergleich zu den Klassen vor fünf Jahren verändert?“ In Deutschland antworten 38 % mit „deutlich schlechter“ und 34 % mit „etwas schlechter“. Nur 18 % erleben ihre Klassen heute konzentrierter als früher.
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Land |
|
Davon deutlich schlechter |
Davon etwas schlechter |
Besser als vorher |
|---|---|---|---|---|
|
Deutschland |
72 % |
38 % |
34 % |
18 % |
|
Frankreich |
72 % |
50 % |
22 % |
14 % |
|
Spanien |
70 % |
32 % |
38 % |
14 % |
|
Österreich |
68 % |
44 % |
24 % |
22 % |
|
Großbritannien |
52 % |
18 % |
34 % |
32 % |
|
Italien |
46 % |
20 % |
26 % |
24 % |
|
Europa gesamt |
63 % |
34 % |
30 % |
21 % |
Quelle: GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026, Lehrkräftebefragung (n = 300, 50 je Land). Fehlende Werte zu 100 %: „keine Veränderung“ bzw. „unterrichte noch nicht lange genug“.
In Deutschland ist das Urteil besonders einheitlich. Nur 8 % der Lehrkräfte sehen keine Veränderung, gemeinsam mit Österreich der niedrigste Wert in Europa. Wer hierzulande unterrichtet, hat also fast immer eine klare Meinung zur Entwicklung der Konzentration, und bei der großen Mehrheit fällt sie negativ aus.
Dass es auch anders geht, zeigt Großbritannien. Dort sagt fast jede dritte Lehrkraft (32 %), dass sich ihre Klassen heute besser konzentrieren als vor fünf Jahren. In Italien sehen 28 % keinen Unterschied.
Konzentrationsschwäche in der Schule: Aufmerksamkeitsspanne ist das größte Problem
Lehrkräfte wurden auch gefragt, was sie für die größten Herausforderungen von Kindern in der Schule halten (bis zu drei Antworten). In Deutschland sehen die meisten Lehrkräfte die kurze Aufmerksamkeitsspanne als größte Hürde. Viele Kinder bleiben nicht länger als ein paar Minuten bei einer einzigen Aufgabe.
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|---|---|---|
|
Aufmerksamkeit länger als ein paar Minuten bei einer Aufgabe halten |
60 % |
44 % |
|
Frustration oder Misserfolg aushalten, ohne aufzugeben |
52 % |
38 % |
|
Mit Tiefe und Komplexität lesen und schreiben |
40 % |
36 % |
|
Selbstständig arbeiten, ohne ständige Bestätigung |
36 % |
33 % |
|
Kritisch denken und Informationsquellen bewerten |
32 % |
39 % |
|
Persönlich statt digital kommunizieren |
28 % |
32 % |
|
Mit Gefühlen unter schulischem oder sozialem Druck umgehen |
26 % |
31 % |
Quelle: GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026, Lehrkräftebefragung. Deutschland n = 50, Europa n = 300. Mehrfachauswahl.
Kein anderes Land kommt bei der Aufmerksamkeit auf einen so hohen Wert wie Deutschland. In Österreich sind es 54 %, in Frankreich 46 %, in Großbritannien nur 26 %.
Mehr als die Hälfte der Lehrkräfte in Deutschland (52 %) sieht zudem ein Problem darin, dass Kinder bei Frustration oder Misserfolg schnell aufgeben. Auch hier liegt Deutschland über dem Europaschnitt von 38 %. Konzentration und Durchhaltevermögen hängen eng zusammen. Wer bei einer schwierigen Aufgabe gedanklich abschweift, kommt seltener an den Punkt, an dem sie gelingt.

Weniger Geduld, schwächere Handschrift: Was sich noch verändert hat
Die Konzentrationsschwäche bei Kindern zeigt sich in der Studie nicht isoliert. Lehrkräfte in Deutschland beobachten bei fast allen abgefragten Fähigkeiten einen Rückgang im Vergleich zu den Schülerinnen und Schülern vor fünf Jahren.
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|---|---|---|---|
|
Geduld bei schwierigen Aufgaben |
68 % |
16 % |
62 % |
|
Qualität der Handschrift |
60 % |
22 % |
50 % |
|
Leseverständnis |
56 % |
26 % |
50 % |
|
Selbstständig schreiben |
54 % |
26 % |
53 % |
|
Grundlegende Rechenfähigkeiten |
46 % |
22 % |
42 % |
|
Selbstvertrauen beim Sprechen in der Klasse |
30 % |
34 % |
30 % |
|
Allgemeine Neugier |
26 % |
40 % |
34 % |
Quelle: GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026, Lehrkräftebefragung. Deutschland n = 50, Europa n = 300. Fehlende Werte zu 100 %: „keine Veränderung“.
Die Geduld bei schwierigen Aufgaben führt die Liste an. Mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte in Deutschland sehen hier einen Rückgang. Bei der Handschrift liegt Deutschland gemeinsam mit Italien an der Spitze Europas: Sechs von zehn Lehrkräften sagen, dass die Schrift ihrer Schülerinnen und Schüler schlechter geworden ist.

Zwei Werte fallen positiv aus dem Rahmen. 40 % der Lehrkräfte in Deutschland erleben die Kinder heute neugieriger als früher, nur 26 % weniger neugierig. Und beim Selbstvertrauen, vor der Klasse zu sprechen, halten sich Fortschritt und Rückgang ungefähr die Waage. Das Interesse am Lernen ist also da. Schwieriger geworden ist es, dieses Interesse lange genug auf eine Sache zu richten.
PISA-Studie 2025: Was die Schülerleistungen über die Konzentration verraten
Am 08.09.2026 wurden die Ergebnisse der PISA-Studie 2025 veröffentlicht. Für Deutschland fielen sie so schwach aus wie nie zuvor. 15-Jährige erreichten im Lesen 465 Punkte, 15 Punkte weniger als bei der Erhebung 2022. Fast jede bzw. jeder dritte Jugendliche (32 %) erreicht beim Lesen nicht das Mindestniveau (Kompetenzstufe 2). 2022 waren es noch 25 %. Auch in Mathematik sank der Wert, von 475 auf 464 Punkte (PISA 2025, Länderbericht Deutschland der OECD).
Ein PISA-Befund passt besonders gut zu den Beobachtungen der Lehrkräfte im GoStudent Bericht. 64 % der Jugendlichen in Deutschland geben an, sich mehr anzustrengen, wenn eine Aufgabe schwierig wird. Seit 2022 ist dieser Anteil aber um fast acht Prozentpunkte gesunken. Im GoStudent Bericht sagen 68 % der Lehrkräfte in Deutschland, dass die Geduld bei schwierigen Aufgaben abgenommen hat.
Die beiden Studien messen Unterschiedliches. PISA testet die Leistung von 15-Jährigen. Der GoStudent Bericht fragt Lehrkräfte nach dem, was sie täglich im Unterricht erleben, bei Kindern von acht bis 16 Jahren. Die Richtung ist dieselbe: 56 % der Lehrkräfte sehen ein schwächeres Leseverständnis als vor fünf Jahren, 40 % zählen das Lesen und Schreiben mit Tiefe und Komplexität zu den größten Herausforderungen ihrer Klassen.
Wer einen längeren Text verstehen will, muss über viele Minuten bei der Sache bleiben und Zusammenhänge im Kopf behalten. Diese Ausdauer beschreiben die Lehrkräfte als die größte Schwachstelle.

Eltern sehen die Konzentrationsschwäche auch, aber weniger deutlich
Die Eltern wurden gefragt, was sie für die größten Herausforderungen ihres Kindes in der Schule halten. In Deutschland nennen 38 % die Aufmerksamkeit bei einer einzelnen Aufgabe. Das ist der höchste Wert unter den Eltern aller sechs Länder.
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|---|---|
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Deutschland |
38 % |
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Österreich |
37 % |
|
Spanien |
34 % |
|
Großbritannien |
32 % |
|
Frankreich |
32 % |
|
Italien |
31 % |
|
Europa gesamt |
34 % |
Quelle: GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026, Elternbefragung (n = 3.001, davon 501 in Deutschland). Mehrfachauswahl bis zu drei Antworten.
Zwischen Eltern und Lehrkräften liegt in Deutschland trotzdem eine deutliche Lücke. Beide Gruppen setzen andere Schwerpunkte:
- Lehrkräfte: 60 % zählen die Aufmerksamkeit zu den größten Herausforderungen, nur 26 % den Umgang mit Gefühlen unter Druck.
- Eltern: 38 % nennen die Aufmerksamkeit, aber 44 % sehen den Umgang mit Gefühlen unter schulischem oder sozialem Druck als größte Hürde.
Die beiden Gruppen sehen das Kind in unterschiedlichen Situationen. Lehrkräfte erleben es in einer Klasse mit vielen anderen Kindern, bei Aufgaben, die es sich nicht ausgesucht hat. Eltern erleben es zu Hause, oft in vertrauter Umgebung und bei selbst gewählten Beschäftigungen. Für ein vollständiges Bild der Konzentrationsfähigkeit von Kindern braucht es deshalb beide Perspektiven.
Was ist ein Popcorn-Gehirn?
Im Netz fällt zur sinkenden Konzentration oft das Schlagwort Popcorn-Gehirn (englisch „Popcorn Brain“). Der Begriff stammt aus den USA und beschreibt einen Zustand, in dem die Gedanken wie Maiskörner in der heißen Pfanne von einem Reiz zum nächsten springen. Gemeint ist vor allem das ständige Wechseln zwischen kurzen digitalen Eindrücken, etwa Nachrichten, Videos und Benachrichtigungen. Wer sich daran gewöhnt hat, tut sich schwer, bei einer ruhigen, längeren Aufgabe zu bleiben.
Zur Einordnung gehört, dass das Popcorn-Gehirn keine medizinische Diagnose ist, sondern eine bildhafte Beschreibung. Ob und wie stark digitale Reize die Konzentrationsfähigkeit von Kindern verändern, ist in der Forschung nicht abschließend geklärt.
Auch der GoStudent Bericht misst keine Ursachen für die Konzentrationsschwäche bei Kindern. Er zeigt aber, dass das, was der Begriff beschreibt, im Klassenzimmer ankommt. 60 % der Lehrkräfte in Deutschland erleben, dass Kinder nach wenigen Minuten den Faden verlieren, und 68 % sehen weniger Geduld bei schwierigen Aufgaben. Welche Rolle Bildschirme, Schlaf, Bewegung oder die Nachwirkungen der Pandemiejahre dabei spielen, darüber lässt sich anhand dieser Zahlen nur spekulieren.
Aufmerksamkeitsspanne: Wie lange können sich Kinder konzentrieren?
Die Aufmerksamkeitsspanne beschreibt, wie lange sich ein Kind am Stück auf eine Aufgabe konzentrieren kann. Studien zur Aufmerksamkeitsspanne kommen zu unterschiedlichen Werten, eine feste Norm gibt es nicht. Als grobe Faustregel nennt der Kölner Psychologe Gerhard Lauth höchstens eine Viertelstunde am Stück für Fünf- bis Siebenjährige und rund 20 Minuten für Zehnjährige. Ältere Kinder und Jugendliche schaffen entsprechend länger. Wie lange es im Einzelfall klappt, hängt stark von Tagesform, Schlaf, Interesse und Umgebung ab.
Eine Schulstunde von 45 Minuten liegt damit für viele Kinder über der Spanne, in der sie ohne Unterbrechung voll bei der Sache bleiben. Guter Unterricht wechselt deshalb zwischen Phasen, in denen Kinder zuhören, und Phasen, in denen sie selbst aktiv werden. Aus Sicht der Lehrkräfte ist dieser Spielraum in den vergangenen fünf Jahren kleiner geworden.
Die Aufmerksamkeitsspanne ist allerdings keine feste Größe. Mit etwas Übung lässt sie sich Schritt für Schritt verlängern:
- Kurz anfangen, langsam steigern: Starte mit Lerneinheiten, die dein Kind gut schafft, und verlängere sie nach und nach um wenige Minuten. Eine Sanduhr oder ein Küchenwecker macht die Zeit sichtbar.
- Eine Sache zur Zeit: Wer nebenbei chattet, Musik hört oder zwischen Aufgaben springt, übt eher das Wechseln als das Dranbleiben. Eine Aufgabe nach der anderen stärkt die Ausdauer.
- Bewegungspausen einplanen: Nach einer konzentrierten Phase helfen ein paar Minuten Bewegung, frische Luft oder ein Glas Wasser, bevor es weitergeht.
- Konzentration spielerisch üben: Memory, Puzzles, „Ich sehe was, was du nicht siehst“ oder Mandalas trainieren die Aufmerksamkeit, ohne dass es sich wie Lernen anfühlt.
- Ein klares Ziel setzen: „Diese fünf Aufgaben bis zur Pause“ motiviert mehr als eine Lernstunde ohne sichtbares Ende oder Ziel.
Mehr Übungen und Tipps findest du in unserem Artikel dazu, wie sich die Aufmerksamkeit bei Schülern erhöhen lässt.
Konzentrationsschwäche bei Kindern oder ADHS? Wann eine Abklärung sinnvoll ist
Nicht jede Konzentrationsschwäche ist eine Störung. Müdigkeit, Hunger, Stress, zu wenig Bewegung oder ein Thema, das ein Kind nicht interessiert, können die Aufmerksamkeit vorübergehend stark beeinträchtigen. Das ist normal und lässt sich im Alltag oft gut auffangen.
Eine ärztliche Abklärung, etwa in der Kinderarztpraxis, ist sinnvoll, wenn
- die Konzentrationsprobleme über mehrere Monate anhalten,
- sie in der Schule und zu Hause gleichermaßen auftreten,
- das Kind deutlich unter den Problemen leidet oder in der Schule zurückfällt,
- Unruhe, Impulsivität oder starke Vergesslichkeit hinzukommen.
Hinter anhaltender Unaufmerksamkeit können zum Beispiel ADHS, Seh- oder Hörprobleme, Schlafstörungen oder eine Lese-Rechtschreib-Schwäche stecken. Eine Diagnose kann nur eine Fachperson stellen.
Konzentrationsschwäche bei Kindern: Was Eltern tun können
Die Zahlen zeigen einen Trend. Im Alltag gibt es trotzdem viele Stellschrauben, die Kindern helfen, ihre Aufmerksamkeit zu bündeln:
- Feste Lernzeiten und ein ruhiger Platz: Ein aufgeräumter Arbeitsplatz ohne Ablenkungen und eine feste Uhrzeit für die Hausaufgaben erleichtern den Einstieg.
- Große Aufgaben aufteilen: Viele kleine Etappen mit kurzen Pausen passen besser zur natürlichen Konzentrationsspanne als eine lange Lerneinheit.
- Bewegung und Schlaf ernst nehmen: Ausgeschlafene Kinder, die sich tagsüber ausreichend bewegen, können sich in der Regel besser konzentrieren.
- Geduld üben: 68 % der Lehrkräfte sehen weniger Geduld bei schwierigen Aufgaben. Lob für Ausdauer statt nur für das Ergebnis zeigt deinem Kind, dass Dranbleiben sich lohnt.
- Lesen zur Gewohnheit machen: Regelmäßiges Vorlesen oder gemeinsames Lesen trainiert die Ausdauer, die Lehrkräfte vermissen.
- Mit der Schule sprechen: Lehrkräfte sehen dein Kind in anderen Situationen als du. Ein kurzer Austausch hilft, die Lage realistisch einzuschätzen.
Weitere Ideen findest du in unserem Ratgeber zur Konzentrationsschwäche.
Fazit: Konzentrationsschwäche bei Kindern ist in der Schule angekommen
Laut GoStudent Bericht 2026 ist die Konzentrationsfähigkeit von Kindern aus Sicht der Lehrkräfte in Deutschland in nur fünf Jahren deutlich gesunken. 72 % sehen einen Rückgang, 60 % halten die Aufmerksamkeit für die größte Herausforderung im Schulalltag. Kein anderes Land in Europa kommt bei diesem Punkt auf einen höheren Wert. Die PISA-Ergebnisse 2025 zeigen in dieselbe Richtung, vor allem beim Lesen.
Die Studie zeigt aber auch, wo Kinder stark sind. Die Neugier ist laut Lehrkräften gewachsen. Die Aufgabe für Schulen und Familien liegt deshalb weniger darin, Interesse zu wecken, als darin, Kindern zu helfen, dieses Interesse lange genug zu halten.
Alle Ergebnisse zu Konzentration, Grundfertigkeiten, KI und Schule in sechs europäischen Ländern stehen im vollständigen Bericht.
Methodik der Studie
Für den GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026 wurden zwei Befragungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Italien, Spanien und Großbritannien durchgeführt:
- Eltern- und Kinderbefragung: 3.001 Eltern (ab 23 Jahren) und ihre Kinder im Alter von acht bis 16 Jahren, rund 500 Familien je Land (Deutschland: 501). Befragungszeitraum: 26.06.2026 bis 13.07.2026.
- Lehrkräftebefragung: 300 Lehrkräfte, die Kinder im Alter von acht bis 16 Jahren unterrichten, 50 je Land. Befragungszeitraum: 06.07.2026 bis 23.07.2026.
Alle Prozentwerte sind gerundet. Die Ergebnisse der Lehrkräftebefragung auf Länderebene beruhen auf 50 Befragten je Land und sind als Tendenz zu lesen.
FAQ: Konzentrationsschwäche bei Kindern
Wie viele Lehrkräfte sehen eine Konzentrationsschwäche bei Kindern?
Laut GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026 sagen 72 % der Lehrkräfte in Deutschland, dass sich die Konzentrationsfähigkeit von Kindern im Vergleich zu vor fünf Jahren verschlechtert hat. 38 % sehen einen deutlichen Rückgang. Im europäischen Durchschnitt sind es 63 %.
Woran zeigt sich Konzentrationsschwäche bei Kindern in der Schule?
In der Studie zur Konzentrationsfähigkeit von Schülern nennen 60 % der Lehrkräfte in Deutschland als größte Herausforderung, dass Kinder nicht länger als ein paar Minuten bei einer Aufgabe bleiben. 52 % sehen ein Problem darin, dass Kinder bei Frustration oder Misserfolg schnell aufgeben, 68 % beobachten weniger Geduld bei schwierigen Aufgaben.
Wie steht es um die Aufmerksamkeitsspanne von Schülern in Deutschland?
Laut GoStudent Bericht zur Zukunft der Bildung 2026 ist eine kurze Aufmerksamkeitsspanne für Lehrkräfte in Deutschland die größte Herausforderung im Schulalltag. 60 % nennen sie, mehr als in jedem anderen der sechs untersuchten Länder (Europa: 44 %). Viele Kinder bleiben nicht länger als ein paar Minuten bei einer Aufgabe.
Was bedeutet Popcorn-Gehirn?
Popcorn-Gehirn (englisch „Popcorn Brain“) ist ein bildhafter Begriff für einen Zustand, in dem die Aufmerksamkeit ständig von einem Reiz zum nächsten springt, vor allem durch schnelle digitale Eindrücke. Es ist keine medizinische Diagnose. Ob digitale Reize die Konzentration von Kindern dauerhaft verändern, ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.
Wie lange können sich Kinder konzentrieren?
Eine feste Norm gibt es nicht, Studien zur Aufmerksamkeitsspanne kommen zu unterschiedlichen Werten. Als grobe Faustregel gelten höchstens etwa 15 Minuten am Stück für Fünf- bis Siebenjährige und rund 20 Minuten für Zehnjährige. Ältere Kinder und Jugendliche schaffen länger. Die tatsächliche Aufmerksamkeitsspanne hängt stark von Schlaf, Interesse und Umgebung ab.
Was sagt die PISA-Studie 2025 über die Lesekompetenz von Schülern in Deutschland?
Deutsche 15-Jährige erreichten bei PISA 2025 in der Lesekompetenz 465 Punkte und damit den niedrigsten Wert seit Beginn der Studie. 32 % erreichen beim Lesen nicht das Mindestniveau. Lehrkräfte im GoStudent Bericht 2026 beobachten passend dazu ein schwächeres Leseverständnis (56 %) und weniger Geduld bei schwierigen Aufgaben (68 %).



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