Was muss man alles für das mündliche Abitur lernen? Diese Frage stellen sich viele Schüler*innen, nachdem die schriftlichen Klausuren bestanden sind. Die mündliche Prüfung im Abitur ist eine andere Situation als eine Klausur: Kein Blatt vor sich, kein Radiergummi, nur das, was du weißt und wie gut du es erklären kannst.
Die gute Nachricht ist, dass sich die mündliche Abiturprüfung genauso systematisch vorbereiten lässt wie jede schriftliche Prüfung. Die Tipps für die mündliche Prüfung, die du hier findest, begleiten dich von der ersten Lernstunde bis in den Prüfungsraum.
Inhalt
- Wie läuft die mündliche Abiturprüfung ab?
- 1. Frühzeitig mit dem Lernen anfangen
- 2. Den Lernstoff laut durchsprechen
- 3. Fachsprache einsetzen
- 4. Das Gespräch mit der Lehrkraft suchen
- 5. Lerngruppen nutzen
- 6. Prüfungssituationen simulieren
- 7. Mögliche Fragestellungen vorbereiten
- 8. Prüfungsangst angehen
- 9. Den Tag vor der Prüfung richtig gestalten
- 10. Am Prüfungstag ruhig bleiben
- So gehst du gut vorbereitet ins mündliche Abitur
Key Takeaways
- Was muss man für das mündliche Abitur lernen? Vor allem das Sprechen selbst, nicht nur den Stoff.
- Fange mindestens vier bis sechs Wochen vor der Prüfung an.
- Sprich regelmäßig laut über den Stoff. Mündliche Prüfungen lassen sich nur durch Sprechen vorbereiten, nicht durch Lesen.
- Fachbegriffe sind kein Bonus. Prüfer*innen erwarten, dass du dich präzise ausdrückst.
- Simuliere echte Prüfungssituationen. Das reduziert die Nervosität am Prüfungstag deutlich.
- Lerne am Tag vor der Prüfung nicht mehr intensiv, sondern erhole dich.
- Eine Denkpause in der Prüfung ist keine Schwäche. Sie zeigt, dass du sorgfältig überlegst.
Wie läuft die mündliche Prüfung im Abitur ab?
Die mündliche Prüfung im Abitur ist in den meisten Bundesländern ähnlich strukturiert, auch wenn regionale Unterschiede bestehen. Ein kurzer Überblick:
- Vorbereitungszeit von ca. 20–30 Minuten: Du erhältst ein Thema und darfst Notizen anfertigen
- Prüfungsvortrag von ca. 10–15 Minuten: Du präsentierst deine Ausarbeitung
- Prüfungsgespräch von ca. 10–15 Minuten: Die Prüfer*innen stellen Fragen und vertiefen einzelne Punkte
Ob du das Themengebiet vorab einschränken kannst, hängt von deinem Bundesland ab. In Bayern ist das zum Beispiel möglich, in anderen Ländern musst du auf den gesamten Kurs vorbereitet sein. Frage deine Lehrkraft rechtzeitig nach den genauen Regelungen.
1. Frühzeitig mit dem Lernen anfangen
Viele Schüler*innen beginnen mit der Vorbereitung auf die mündliche Prüfung im Abitur zu spät. Die meisten Lehrkräfte empfehlen, mindestens vier bis sechs Wochen vorher anzufangen. Anders als bei einer Klausur reicht es nicht, den Stoff auswendig zu kennen; du musst ihn so durchdringen, dass du ihn erklären kannst.
Teile den Stoff in Themenblöcke auf und beginne mit den Bereichen, in denen du noch am unsichersten bist. Ein Lernplan für die Prüfungsphase hilft dir, den Überblick zu behalten und in der letzten Woche nicht in Zeitnot zu geraten.
2. Den Lernstoff laut durchsprechen
Eine der wichtigsten Antworten auf die Frage, was man alles für das mündliche Abitur lernen muss, ist das Sprechen selbst. Wer sich nur durch Lesen und Karteikarten vorbereitet, übt nicht die Kompetenz, die in der Prüfung tatsächlich gefragt ist, nämlich einen Gedankengang frei und verständlich vorzutragen.
Erkläre den Stoff laut, zum Beispiel deinen Eltern, Geschwistern oder einfach dir selbst. Wer ein Thema erklären kann, hat es verstanden. Versuche dabei, ohne Notizen auszukommen, und greife erst dann dazu, wenn du den Kerngedanken frei wiedergeben kannst. In unserem Artikel findest du weitere Tipps für die Vorbereitung auf ein Referat.
3. Fachsprache einsetzen
Prüfer*innen bewerten nicht nur, ob du inhaltlich richtig liegst, sondern auch, wie präzise du dich ausdrückst. Wer Fachbegriffe durch allgemeine Umschreibungen ersetzt, hinterlässt einen schwächeren Eindruck, auch wenn der Inhalt stimmt.
Lege dir pro Themengebiet eine Liste mit zehn bis fünfzehn Schlüsselbegriffen an und übe sie natürlich in Sätzen zu verwenden. Das gibt dir in der mündlichen Prüfung Sicherheit, auch wenn du an einer Stelle kurz ins Stocken gerätst.
4. Das Gespräch mit der Lehrkraft suchen
Viele Schüler*innen zögern, ihre Lehrer*innen direkt anzusprechen. Dabei lohnt es sich fast immer. Frage nach den Themengebieten, die wahrscheinlich abgeprüft werden, nach dem typischen Ablauf und danach, worauf Prüfer*innen bei der mündlichen Prüfung im Abitur besonders achten.
Manche Lehrkräfte bieten auch Probedurchläufe an. Wenn das möglich ist, nimm es wahr, denn nichts gibt mehr Orientierung als ein echter Durchlauf mit der Person, die dich auch prüft.
5. Lerngruppen nutzen
In einer Lerngruppe könnt ihr euch gegenseitig abfragen, Themen erklären und Fragen stellen, die der andere nicht erwartet. Das ähnelt der echten Prüfungssituation viel mehr als das Lernen allein, weil du lernst, flexibel auf unvorhergesehene Fragen zu reagieren.
Gleichzeitig merkst du in der Gruppe schnell, wo dein Wissen noch lückenhaft ist. Das ist wertvolles Feedback, das du beim Solo-Lernen oft übersiehst.

6. Prüfungssituationen simulieren
Am wirksamsten ist es, die Prüfungssituation vorher durchzuspielen. Bitte Familie oder Nachhilfelehrer, die Prüfer*innen-Rolle zu übernehmen, setze dich an einen Tisch und präsentiere ein Thema nach 30 Minuten Vorbereitungszeit so, als wäre es die echte Prüfung.
Wer die Situation vorher durchgespielt hat, geht ruhiger in die mündliche Abiturprüfung. Falls du dabei merkst, dass du in einem Fach noch Unterstützung brauchst, kann eine Nachhilfestunde helfen: Unsere Nachhilfelehrer*innen bereiten Schüler*innen gezielt auf mündliche Prüfungen vor.
7. Mögliche Fragestellungen vorbereiten
Nach dem Vortrag folgt ein Gesprächsteil, in dem Prüfer*innen nachhaken, vertiefen und Verbindungen zu anderen Kursinhalten herstellen. Viele Schüler*innen bereiten ihren Vortrag sorgfältig vor, denken aber kaum über mögliche Anschlussfragen nach.
Notiere dir zu jedem Themenblock mindestens drei Fragen, die ein Prüfer stellen könnte: eine zum Kerninhalt, eine zur Verknüpfung mit anderen Themen, und eine zur kritischen Bewertung. Übe auch, ruhig zu reagieren, wenn eine Frage kommt, die du nicht erwartest. Wenn du eine Antwort nicht kennst, kannst du das ruhig sagen. Versuche aber trotzdem sie mit logischem Denken anzugehen: “Das weiß ich ehrlich gesagt nicht, ich kann mir aber vorstellen, das…”
Falls du die mündliche Prüfung nicht beim ersten Versuch bestehst, erklären wir in unserem Artikel zur Abitur-Nachprüfung, welche Möglichkeiten du dann hast.
8. Prüfungsangst angehen
Nervosität vor der mündlichen Prüfung im Abitur ist normal und bis zu einem gewissen Grad sogar hilfreich, weil sie die Konzentration schärft. Wenn sie allerdings so stark wird, dass sie das Denken blockiert, lohnt es sich, gezielt gegenzusteuern, zum Beispiel mit Atemtechniken und kurzen Entspannungsübungen.
- Box-Breathing-Methode: Vier Sekunden einatmen, vier Sekunden halten, vier Sekunden ausatmen, vier Sekunden halten — das zwei bis drei Mal wiederholen
Das aktiviert das parasympathische Nervensystem und senkt den Puls innerhalb weniger Minuten.
Der größte Hebel bleibt aber immernoch eine gute Vorbereitung. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Prüfungsangst überwinden.
9. Den Tag vor der Prüfung richtig gestalten
Der Tag vor dem mündlichen Abitur ist keine Zeit mehr für intensives Lernen. Wer jetzt noch Zusammenfassungen durcharbeitet, erhöht den Stresslevel, ohne den Wissensstand nennenswert zu verbessern. Eine kurze Wiederholung der wichtigsten Begriffe genügt, danach hilft das Abschalten mehr als weitere Pauken.
Schlaf ist in dieser Nacht besonders wichtig. Stoff, den du gut gelernt hast, wird im Schlaf konsolidiert. Gönn dir eine ruhige Nacht, frühstücke am Morgen leicht und brich rechtzeitig auf, damit du nicht gehetzt ankommst.
10. Am Prüfungstag ruhig bleiben
Wenn du eine Frage in der Prüfung nicht sofort beantworten kannst, ist eine kurze Pause vollkommen in Ordnung. Sag ruhig: „Darf ich kurz überlegen?“ Das zeigt Reflexionsbereitschaft und ist für Prüfer*innen kein negatives Zeichen.
Achte auf dein Sprechtempo, denn Nervosität führt häufig dazu, zu schnell zu reden. Atmen hilft. Die Prüfung dauert 20 bis 30 Minuten, und mit guter Vorbereitung hast du alle Voraussetzungen, die mündliche Prüfung erfolgreich zu bestehen.
“Ein kleiner Tipp von mir, ist einen Fachspezialisten für die Präsentationsprüfung zu finden. Ich habe mein mündliches Biologie Thema unserem Apotheker vorgetragen, noch einige Tipps erhalten und konnte vor allem den Frage-Antwort-Teil üben.”
Kathrin, 20, Köln
Diese Fehler solltest du vermeiden
Neben diesen Tipps für die mündliche Prüfung lohnt es sich, die häufigsten Fehler zu kennen. In unserem Artikel Top 5 Fehler bei einer mündlichen Prüfung erfährst du, welche Stolperfallen Schüler*innen besonders häufig erwischen und wie du sie vermeidest.
So gehst du gut vorbereitet ins mündliche Abitur
Wer weiß, was man für das mündliche Abitur lernen muss, kann sich gezielt vorbereiten. Wer frühzeitig anfängt, regelmäßig laut übt und die Prüfungssituation vorher durchspielt, geht mit einer ganz anderen Sicherheit in den Prüfungsraum.
Wenn du in einem Fach noch Nachholbedarf hast oder die Vorbereitung lieber mit einer erfahrenen Lehrkraft angehen möchtest: Wir bieten Einzelunterricht, der sich auf dein Fach, dein Bundesland und deinen Lernstand abstimmt. Die erste Stunde ist kostenlos.



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